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Kirchweidach

Kirchweidach: Vorzeigeobjekt – Tomaten für Bayern

Dass man mit der erzeugten Energie der Geothermie-Anlage in Kirchweidach zukünftig nicht nur die angrenzende Gemeinde mit Fernwärme versorgen und für 5-8 Gemeinden elektrischen Strom erzeugen wird, zeigt der österreichische Gartenbauunternehmer Josef Steiner. Mit einem rund 115.000 Quadratmeter großen Tomatengewächshaus werden ab 2014 sechs Millionen Kilogramm Rispentomaten oder 3,5 Millionen Kilogramm Cocktailtomaten produziert – ganzjährig beheizt durch Erdwärme.

Für die Produktion von Tomaten in modernen Gewächshäusern wird eine Temperatur von konstant 18–20°C benötigt. Wo die Sonne nicht ausreicht, wird üblicherweise mit Erdgas oder Erdöl beheizt. In einem 12 ha großen Gewächshaus, wie es in Kirchweidach nun gebaut ist, würden jährlich 4,2 Mio. l Heizöl, entsprechend dem Verbrauch von 2.000 Einfamilienhäusern, benötigt.

Dank der Geothermie-Anlage in Kirchweidach hat Gemüsebau Steiner nun die Möglichkeit, statt Erdöl oder Erdgas die vorhandene Abwärme des Kraftwerks mit Hilfe von Wärmepumpen zu nutzen. Ein zusätzlicher Wärmelieferant für das Gewächshaus ist der Rücklauf des abgekühlten Thermalwassers, das aus dem Fernwärmenetz der Gemeinde Kirchweidach zur Reinjektion zurückfließt. Die Einbindung einer benachbarten Biogasanlage und die Installation einer Photovoltaikanlage für Eigenstrom auf dem Dach der Betriebshalle ergänzen die Energieversorgung. Über einen großen Warmwasserpuffertank können Wärmespitzen und kurzfristige Unterbrechungen der Wärmeversorgung kompensiert werden.

Mit diesem intelligenten Energiemanagement wird das Chiemgauer Gewächshaus nicht nur CO2-neutral, sondern CO2-frei mit Energie versorgt und somit werden jährlich rund 8,4 Mio. kg CO2 eingespart. Dies ist absolut einzigartig im deutschen Gemüsebau und ein herausragendes Vorzeigeprojekt in puncto Nachhaltigkeit und ökologischer Wärmenutzung für ganz Europa.

Da der Selbstversorgungsgrad von frischen Tomaten in Bayern bei unter acht Prozent liegt, wird die gesamte Ernte aus Kirchweidach regional vermarktet; u.a. durch die Hauptmarke REWE Markt GmbH. Diese kurzen Transportwege bedeuten nicht nur, dass die Tomaten in völlig reifem Zustand geerntet werden und so deutlich schmackhafter sind, sondern auch dass jährlich, gegenüber Importen aus Spanien, rund 1,1 Mio. LKW-Kilometer, entsprechend der dreifachen Entfernung von der Erde zum Mond eingespart werden können.

 

REWE regional Gewächshaus Kirchweidach

 

„Alle reden von der Energiewende – wir machen sie!“, sagte Franz Obermayer, Vorsitzender des Fernwärmeausschusses der Gemeinde Kirchweidach gegenüber Chiemgau online. Die Landtagsabgeordnete Ingrid Heckner (CSU) ergänzt: „Ein bundesweit einmaliges Projekt.“ Man könne durchaus von einem Kirchweidacher Modell sprechen, das hoffentlich beispielgebend sein werde. Dabei outete sie sich als begeisterte Tomatenesserin: „Ich selbst bin ein Tomatenfan und freue mich, wenn ich heimische Tomaten essen kann.“

 

Weitere interessante Informationen zu dem Thema finden Sie unter folgenden Links:

www.bayerntomaten.de

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