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FG Geothermie > Wussten Sie schon...? > Die Risiken von Kohle

Kohlekraft – Die schmutzigste Form der Energieerzeugung

Die Verbrennung von Kohle zählt zu den am weitesten verbreiteten Methoden zur Erzeugung elektrischer Energie. Kohle besteht aus den pflanzlichen Überresten vergangener Epochen wie dem Tertiär oder der Kreidezeit. 

Kohlekraftwerke stoßen gewaltige Mengen an Schadstoffen in die Atmosphäre. Die Belastung durch Gifte und Feinstaub ist groß, nichtsdestotrotz werden über 50% der Energie in Deutschland durch die Verbrennung von Kohle produziert, was uns zu Europas Verschmutzer Nr. 1 macht. Trotzdem wurden und werden Milliarden an Subventionen für eine Industrie ausgegeben, die weder wirtschaftlich noch zukunftsweisend ist. Nachhaltig ist dabei nur der Raubbau an der Natur und die Vergiftung unserer Lebensräume. 

Was bedeutet das nun für uns?

Wie wird Strom aus Kohle gewonnen?

Ob nun Atom-, Gas- oder Kohlekraftwerke, die prinzipielle Funktionsweise ist überall dieselbe. Man erhitzt Wasser und lässt es verdampfen. Dadurch werden Dampfturbinen angetrieben und erzeugen Elektrizität.

Über den Transport von Schiffen und Zügen wird die Kohle bei den Kraftwerken angeliefert. Die Kohle wird in dafür vorgesehenen Mühlen zermahlen. Der Kohlestaub wird in die Kessel zur Verbrennung geblasen und dort bei ca. 1.500°C vollständig verbrannt. Das Wasser in den Kesselrohren wird somit auf das Niveau zur Verdampfung erhitzt.

Steinkohlekraftwerk Scholven
Steinkohlekraftwerk Scholven © dpa / blickwinkel / S. Ziese

Das Problem: Durch die Verbrennung entstehen giftige Gase. Bevor diese über einen Schornstein ins Freie gelangen, müssen sie erst aufwändig gereinigt werden. Trotz dieser Maßnahmen gilt die Belastung für die Umwelt als sehr hoch, gerade wenn man sie mit anderen Methoden zur Energieerzeugung vergleicht. 

Unterschätzte Gefahr durch Quecksilber

Den meisten Menschen fallen bei Kohlekraftwerken als erstes die Unmengen an produziertem Kohlendioxid und deren klimaschädliche Wirkung ein. Eine weitere, weniger beachtete, aber nicht zu unterschätzende Gefahr stellt das ebenfalls ausgestoßene Quecksilber dar. Das hochgiftige Schwermetall wird als Emission in die Umwelt abgegeben. Laut Spiegel Online ergibt eine von den Grünen vorgelegte Studie, dass vor allem Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder dadurch belastet werden.

Von 2010 bis 2012 stammten rund 70 % der in Deutschland ausgestoßenen Quecksilberemissionen aus dem Energiesektor. Jedes Jahr werden mehr als 5.000 Kilogramm Quecksilber in die Atomsphäre geblasen. Allein in Nordrhein-Westfalen stoßen Kohlekraftwerke bis zu 1.500 Kilogramm aus. 

Der Abbau von Kohle vernichtet Lebensgrundlagen

Die Verschmutzungen und Umweltschäden beginnen allerdings nicht erst mit der Verbrennung. Der Tagebau für Kohle richtet verheerende Zerstörungen für Mensch und Natur an. Allein in der Lausitz (nahe Polen) geht es dabei um 135 zerstörte Dörfer und 27.000 umgesiedelte Menschen. Dabei wurden 830 Quadratkilometer grünes Land in eine braune und schmutzige Wüste verwandelt – das entspricht in etwa einer Fläche von der Größe Berlins. Die Wiederherstellung der zuvor zerstörten Flora und Fauna ist ein Alibi-Argument der großen Konzerne. Der wiederaufgeschüttete Erdboden in den Abbaugebieten ist zu locker, als dass er gefahrlos betreten oder gar genutzt werden könnte. Zu den Folgen des Abbaus gehören Erdrutsche und eine Versauerung der Gewässer.

Braunkohletagebau in der Lausitz
Braunkohletagebau in der Lausitz © dpa

Die Stromkonzerne Vattenfall und RWE gelten als Hauptverantwortliche für diesen Raubbau an der Natur. Anstatt den nationalen Konsens in Deutschland zur Energiewende zu unterstützen, wird diesem von den Konzernen im wahrsten Sinne des Wortes der Boden unter den Füßen weggezogen. Neben den bereits bestehenden Tagebauen plant Vattenfall bereits fünf weitere. Nach dem Willen des Konzerns könnte noch bis zur Hälfte des Jahrhunderts dort Kohle abgebaut werden. Kohlekraftwerke sind allerdings unflexibel und können sich nicht ohne weiteres auf die Erzeugung von Energie durch Wind, Sonne, Biomasse und Geothermie einstellen. Dazu haben die Kraftwerke zu lange Vorlaufzeiten zur Aktivierung. Ein weiterer Ausbau von Kohlekraft in Deutschland würde also eine immense Störung für die Energiewende bedeuten.

Kohlekraft – zukunftsfähig oder veraltet?

Wegen ihrer großen Verfügbarkeit gilt die Kohle als unverzichtbarer Bestandteil des sogenannten Energiemixes, durch welchen die Energieversorgung in Deutschland auf absehbare Zeit gewährleistet werden soll. Diese selbstauferlegte Abhängigkeit kann allerdings auch zu Problemen führen.

Verglichen mit allen gebräuchlichen Kraftwerkstypen haben Kohlekraftwerke pro erzeugter Kilowattstunde die größten Kohlendioxid-Emissionen. Da es sich bei Kohlendioxid (CO2) um ein Treibhausgas handelt, gelten Kohlekraftwerke zum einen als besonders klimaschädlich und zum anderen als zentraler Faktor bei der globalen Erwärmung. Für den Menschen ergeben sich dadurch eine ganze Reihe von gesundheitlichen Folgen wie Herzkrankheiten, Lungenwachstumsprobleme bei Kindern, Asthmaerkrankungen oder Schlaganfälle. 

Als „Lösung“ für dieses Problem wollen Konzerne wie Vattenfall zukünftig auf das sogenannte CCS-Verfahren setzen („Carbon Dioxide Capture and Storage“). Die Abscheidung und anschließend unterirdische Speicherung von CO2 birgt allerdings unkalkulierbare Risiken. Außerdem ist diese Technologie zu teuer, zu aufwändig und kommt viel zu spät. Die Folgen im Falle eines Austritts des gespeicherten CO2 wären für die Umwelt katastrophal.

Ist die Kohlekraft politisch gewollt?

Eine der grundlegenden Voraussetzungen für das Gelingen der Energiewende ist eine Abkehr von Formen der Energieerzeugung, bei denen Schadstoffe in die Umwelt gelangen. Die Kohlekraft gilt hierbei als eine der schädlichsten Methoden.

Obwohl die Klimaschädlichkeit von Kohlekraftwerken außer Frage steht und mit ihnen hohe Kosten verbunden sind, werden sie nach wie vor vom Staat großzügig subventioniert.

Von 1950 bis 2008 betrug die Höhe dieser Förderungen 295,2 Milliarden Euro. Diese Summe beinhaltet sowohl Finanzhilfen und Steuervergünstigungen als auch Vorteile durch die unentgeltliche Zuteilung von Emissionszertifikaten.

Verschärft wird die ganze Situation zusätzlich dadurch, dass sich die Wirtschaftlichkeit von Kohlekraftwerken drastisch verschlechtert. Die aus Russland und den USA billig importierte Kohle, die hohen Subventionen und der Ausstieg aus der Atomkraft sind die einzigen Gründe, warum ein Kohlekraftwerk sich für die Betreiber überhaupt noch lohnt. Man muss sich fragen, ob es Zufall ist, dass die Subventionen für Steinkohle im Jahr 2018 eingestellt werden sollen und Deutschland sich gerade in diesem Jahr nun auch von der Steinkohle verabschieden möchte.

Der politische Wille ist deutlich zu erkennen: Anstatt endlich die Energiewende in angemessener Weise zu unterstützen, setzt die Politik auf veraltete Technologien und hemmt dadurch den Ausbau der Erneuerbaren Energien.

Die Geothermie als intelligente Alternative

Kohle zählt zu den fossilen Energieträgern. Trotz großer Reserven ist ihre Verfügbarkeit begrenzt, womit die Erzeugung von Energie durch Kohle vor einem zwangsläufigen Aus steht. Ihr vermeintlicher Vorteil zur Grundlastfähigkeit kann nicht über die große von ihr verursachte Verschmutzung und die Mängel in der Entsorgung von Restmüll hinwegtäuschen. Durch Bebauung und Erosionen verlieren wir jeden Tag in Deutschland eine Fläche in der Größenordnung von 100 Fußballfeldern. Der Verlust nutzbaren Bodens ist heute schon eine akute Bedrohung, die ganze Lebensgrundlagen vernichtet.

Trotz dieser Probleme halten Kohlekraftwerke immer noch einen Anteil von über 50 % an der Energieerzeugung in Deutschland. Dabei profitieren vor allem die großen Konzerne. Für die Kosten einer Renaturierung eines Kohletagebaus muss dagegen die Allgemeinheit aufkommen.

Einen direkten Vergleich muss die Geothermie also nicht scheuen, im Gegenteil. Ihr Potenzial ist groß genug, den Strom- und Wärmebedarf der Bundesrepublik Deutschland komplett zu decken, und das ohne Verschmutzung oder den Verbrauch natürlicher Ressourcen. 

Als Beispiel: Ein Geothermiekraftwerk mit einer durchschnittlichen Leistung von 6 Megawatt liefert in einem Jahr etwa 48.000 Megawattstunden an elektrischer Energie. Damit ließen sich bis zu 5.900 Tonnen Kohle bzw. 15.930 Tonnen CO2 einsparen.